Das Treffen der Interparlamentarischen Union in Genf war ein unglaublich inspirierender Ort internationaler parlamentarischer Solidarität. Über 170 Parlamente aus aller Welt sind zusammengekommen und haben gezeigt: Gerade in Zeiten globaler Krisen braucht es konstruktiven Austausch, starke internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungen.
Im Mittelpunkt standen Themen wie der Schutz der Zivilbevölkerung, der Respekt vor dem humanitären Völkerrecht und die Frage, wie Parlamente humanitäre Hilfe, Menschenrechte und Frieden konkret stärken können. Gleichzeitig rückten neue Herausforderungen in den Fokus: Cybergewalt, Desinformation und Cyberwarfare – Phänomene, die das Vertrauen in demokratische Strukturen aushöhlen und unser Zusammenleben in Sicherheit und Freiheit gefährden.
Auch die Klimakrise spielte eine zentrale Rolle. Viele Delegationen, insbesondere aus den pazifischen Inselstaaten, aus Afrika oder Neuseeland, machten spürbar, dass Klimaschutz längst Lebensschutz bedeutet. Die gemeinsame Vorbereitung auf die Klimakonferenz in Belém war ein wichtiger Schritt hin zu gemeinsamer Verantwortung für Klimagerechtigkeit.
Mit großer politischer Signalwirkung wurde z.B. ein Antrag zur Zwangsadoption von Kindern angenommen, in dem die Verschleppung ukrainischer Kinder durch Russland deutlich verurteilt wurde. Trotz heftiger Debatten und massiver Widerstände der russischen Delegation konnten wir uns im Rahmen der 12+-Gruppe der demokratischen Parlamente durchsetzen.
Die IPU bleibt ein Raum, in dem aus Unterschiedlichkeit Stärke wächst, ein Ort, an dem Dialog Brücken baut, entgegen nationaler Abschottung, für Menschlichkeit und Zusammenhalt. Und dazu gehört selbstverständlich: 40 % der Delegierten waren Frauen, die ein starkes Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit und die unverzichtbare Rolle von Frauen in der Politik weltweit gesetzt haben.