Wir wenden uns mit einem Offenen Brief an Aussenminister Dr. Johann Wadephul, um uns für das Weiterbestehen von kulturweit einzusetzen.
Die geplante Streichung von 5 Millionen Euro Förderung würde das Aus eines Programms bedeuten, das seit 17 Jahren internationale Verständigung, kulturellen Austausch und gesellschaftliches Engagement stärkt.
Die Vielfalt der Unterzeichner*innen zeigt, wie weitreichend die Wirkung von kulturweit ist – für junge Menschen, internationale Verständigung und eine starke Zivilgesellschaft.
Jede dieser Unterschriften macht deutlich: kulturweit darf nicht verloren gehen.
Offener Brief:
Sehr geehrter Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann Wadephul,
Alumnis des Freiwilligendienst kulturweit und Unterstützer*innen haben sich zusammengeschlossen, um dem bevorstehenden Aus des internationalen Freiwilligendienstes entgegenzuwirken.
Die Einstellung der Förderung durch das Auswärtige Amt in Höhe von 5 Millionen Euro bedeutet das Ende eines etablierten Programms mit bis zuletzt hoher Nachfrage!
Daher fordern wir Sie dringend auf, die angedachte Kürzung vor Beschluss des Haushalts zurückzunehmen und kulturweit zu retten!
In den vergangenen 17 Jahren hat der Freiwilligendienst tausenden jungen Menschen ermöglicht, Verantwortung zu übernehmen, globale Perspektiven zu entwickeln und langfristige Beziehungen aufzubauen. Freiwillige unterstützen unter anderem Schulen, Kulturinstitutionen und zivilgesellschaftliche wie ökologische Projekte und tragen damit zu kulturellem Austausch, gegenseitigem Verständnis und internationalen Netzwerken bei.
Als Muttersprachler*innen interessieren kulturweit-Freiwillige junge Menschen weltweit für die deutsche Sprache und Gesellschaft und vermitteln ein authentisches Deutschlandbild. Sie leisten damit auch einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung. Kulturweit zeichnet sich zudem durch sein Incoming-Programm sowie das umfassende Begleitprogramm aus. Sechsmal wurde kulturweit bereits mit dem Quifd-Siegel für Qualität in Freiwilligendiensten ausgezeichnet.‘ Viele ehemalige Freiwillige engagieren sich auch später ehrenamtlich in Kultur, Bildung, Wissenschaft oder internationaler Zusammenarbeit weiter.
Bei einem Haushaltsvolumen von rund 6 Milliarden Euro des Auswärtigen Amtes bilden 5 Millionen Euro nur 0,0833%. Diese Einsparung steht damit in keinem Verhältnis zu der nachhaltigen, internationalen Wirkung des Programmes.‘ Es wäre wesentlich schwieriger, neue Austauschprogramme zu etablieren, als die bisherigen Strukturen zu nutzen und auszubauen.
In den Worten der Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Dr. Maria Böhmer:
„Mit kulturweit fördern wir wirksam die Weltoffenheit junger Menschen. Ich bedauere deshalb die Entscheidung des Auswärtigen Amtes sehr. Sie betrifft ein erfolgreiches Programm, das gerade in Zeiten zunehmender globaler Spannungen verbindet! Wir sind überzeugt:
Deutschland braucht junge Menschen mit internationaler Kompetenz, die in einer eng vernetzten Welt Brücken schlagen und dadurch zu Frieden, Sicherheit und Freiheit beitragen. All das haben wir mit kulturweit erreicht. Gleichzeitig sind wir stolz auf das geschaffene weltweite Netzwerk.“
Daher bitten wir um Ihre Unterstützung, retten Sie kulturweit!
Mit freundlichen Grüßen,
Aktion #rettetkulturweit
Unterzeichner*innen:
Raúl Aguayo-Krauthausen, Gründer Sozialhelden e.V. und Inklusionsaktivist
Jürgen „Buddy“ Dorn, Geschäftsführer Landesjugendring Baden-Württemberg
Dr. Simone Egger, Juniorprofessorin für Europäische Kulturanthropologie, Universität des Saarlandes
Mandy Eißing, Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement im Bundestag, DIE LINKE
Helen Fares, Journalistin, Psychologin, Aktivistin, Lemon Tree Collective
Markus Gaugisch, Bundestrainer Handball-Nationalmannschaft der Frauen
Alexa Grassmann, Content Creatorin und Autorin
Gregor Gysi, MdB, DIE LINKE im Bundestag
Amjad Al Hnawi, stellvertretender Vorstandsvorsitzender kulturweiter – bilden, vernetzen, engagieren
Maren Kaminski, MdB, DIE LINKE im Bundestag
Antonio Kollek, Vorstandsvorsitzender kulturweiter -bilden, vernetzen, engagieren
Prof. Dr. Carola Lentz, Präsidentin des Goethe-Instituts a.D, Seniorforschungsprofessorin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Rolf Martens, Beisitzer im Landesvorstand, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern
Antonia Miersch, stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos
Dr. Heike Mißler, Oberstudienrätin im Hochschuldienst, Fachrichtung Anglistik und Amerikanistik, Universität des Saarlande
Heidi Reichinnek, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE im Bundestag
Prof. i.R. Dr. Regina Römhild, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität Berlin
Claudia Roth, Sprecherin für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Bundestag, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Michael Roth, Staatsminister a.D., Bundestagsabgeordneter 1998-2025
Hassan Enes Şahin, Stellvertretender BFD
Bundessprecher, Freiwilliger beim SV Bildungswerk
Doreen Siebernik, Stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands, Vorsitzende des Organisationsbereich Jugendhilfe und Sozialarbeit
Gernot Stiwitz, Leiter des Pädagogischen Austauschdienstes des Sekretariats der Kultusministerkonferenz
Prof. Dr. Markus Tauschek, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Freiburg
Prof. Dr. Thomas Thiemeyer, Professor für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen
Iris Wolff, Schriftstellerin
Gidion Zieten, stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos