„Der Bundestag ist kein Zirkuszelt.“ – so spricht ein Bundeskanzler Merz, wenn es um die Regenbogenflagge zum Christopher Street Day geht.
Was für ein Satz. Was für ein Schlag ins Gesicht für all die Menschen, die täglich Diskriminierung erleben. Für queere Menschen, die bedroht, beschimpft, angegriffen werden – auf der Straße, im Netz, am Arbeitsplatz, in der Schule, auf CSDs. Einfach, weil sie sind, wie sie sind.
Die Regenbogenflagge ist kein Accessoire, sondern ein Bekenntnis zu demokratischen Werten, zu Vielfalt, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Und vor allem: zu einer Gesellschaft, in der alle Menschen in Würde leben können – ohne Angst.
Es ist erschütternd, wie Friedrich Merz und diese Bundesregierung immer neue Wege finden, queere Menschen erneut in die Rolle der „Anderen“ zu drängen. Dabei sind sie ganz selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft. Nicht trotz, sondern wegen ihrer Vielfalt. Liebe Bundesregierung: Wenn es um Menschenrechte geht, dürfen wir niemals neutral bleiben!
Deshalb ist es keine Nebensache, ob auf dem Bundestag oder vor dem Kanzleramt die Regenbogenfahne weht. Sie ist Symbol – ja. Aber auch ein Zeichen von Haltung, das sagt: Wir sehen euch. Wir schützen euch. Wir stehen an eurer Seite.
Und es ist eine Frage der historischen Verantwortung: In einem Land, in dem queere Menschen jahrzehntelang mit dem §175 StGB verfolgt und kriminalisiert wurden, in dem während des Nationalsozialismus tausende queere Menschen in Konzentrationslager gebracht, für medizinische Experimente missbraucht und ermordet wurden. Ein Land, in dem trans* Menschen bis letztes Jahr mit dem unsäglichen Transsexuellengesetz pathologisiert wurden. Ein Land, in dem noch immer der explizite Schutz queerer Menschen im Artikel 3 Grundgesetz fehlt und Regenbogenfamilien nicht gleichgestellt sind.
Im Pride Month und an jedem Tag: Ich stehe an der Seite der Community. Solange, bis Sichtbarkeit in Sicherheit selbstverständlich ist. Für Liebe. Für Freiheit. Für Würde.