Die Sommerferien sind für viele junge Menschen eine Zeit des Aufbruchs: zum Reisen, für neue Erfahrungen oder auch für ein freiwilliges Engagement im In- und Ausland. Ausgerechnet jetzt macht die Bundesregierung eines der erfolgreichsten internationalen Freiwilligenprogramme dicht. Sie stellt „kulturweit“ ein. Die Koalition hat am Freitag im Bundestag unseren Antrag für den Erhalt des Programms abgelehnt. Dabei geht es um gerade einmal fünf Millionen Einsparungen mit einem umso größeren politischen Schaden. Der Erfolg von kulturweit ist seit Jahren sichtbar. Viele junge Menschen haben Verantwortung übernommen, andere Perspektiven kennengelernt und Brücken zwischen Gesellschaften gebaut. Tausende Alumni tragen diese Erfahrungen bis heute weiter.
Umso beeindruckender ist es zu sehen, wie viele ehemalige Freiwillige, Einsatzstellen und Unterstützer*innen sich seit der Ankündigung der Einstellung für den Erhalt des Programms einsetzen. Ihre Berichte über prägende Begegnungen, lebenslange Freundschaften und neue Perspektiven machen noch einmal deutlich, was mit kulturweit auf dem Spiel steht. Denn wer kulturweit streicht, spart nicht einfach fünf Millionen Euro. Er nimmt jungen Menschen die Chance, genau diese Erfahrungen zu machen. Besonders widersprüchlich ist das in einer Zeit, in der junge Menschen immer wieder aufgefordert werden, Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen. Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist kein Luxus und kein Sparposten. Sie ist eine Investition in Frieden, Verständigung und in die Zukunft unseres Landes. Wir Grüne stehen an der Seite der jungen Generation. Wer von jungen Menschen Engagement, Verantwortung und Offenheit erwartet, muss ihnen auch die Möglichkeiten geben, genau das zu leben. Deshalb setzen wir uns weiter dafür ein, internationale Freiwilligendienste wie kulturweit zu stärken – statt sie kaputtzusparen.