Maria Kalesnikava ist eine der mutigsten Frauen, die ich kenne. Nach so vielen Jahren der Haft, der Isolation und des Unrechts war es wunderschön und zutiefst bewegend, sie wieder in Freiheit strahlen zu sehen.
Dass Maria den Karlspreis jetzt endlich persönlich entgegennehmen konnte, ist für mich auch ein kleines Stück Gerechtigkeit – und eine wichtige Würdigung ihres unermüdlichen Einsatzes für die belarusische Demokratiebewegung.
Das perfide Lukaschenko-Regime hat über Jahre versucht, ihre Stärke zu brechen, ihre Stimme zum Schweigen zu bringen und ihr die Freiheit zu nehmen – so wie so vielen anderen, die noch immer aus politischer Willkür in Haft sitzen, nur weil sie den Diktator kritisieren und für ein demokratisches Belarus einstehen.
Und trotzdem ist Maria genau das geblieben: eine Frau voller Mut und Haltung, deren Lächeln immer ansteckend ist. Sie kämpft mit bewundernswerter Kraft weiter für Demokratie und Menschenwürde in Belarus. Und als Musikerin ist sie zugleich auch eine starke Stimme für die Freiheit von Kunst und Kultur.
Die Würdigung mit dem Aachener Karlspreis ist zugleich ein Auftrag an uns alle: Es braucht weiter unsere Solidarität. Wir dürfen nicht nachlassen, bis alle politischen Gefangenen frei sind und Belarus endlich demokratisch und frei ist.
Foto: Christian van’t Hoen