Vor 82 Jahren, in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944, ermordete die SS im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau die letzten dort verbliebenen 4.300 Sinti und Roma. Frauen, Männer, Kinder, Kranke und Alte – sie alle hatten keine Chance. Insgesamt fielen bis zu 500.000 Sinti und Roma dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer: ermordet, verhungert, zur Zwangsarbeit gezwungen, an Krankheiten gestorben, deportiert.
Die Verfolgung begann lange vor 1933 und endete nicht mit 1945. Antiziganistische Ressentiments sitzen bis heute tief. Noch immer erleben Sinti und Roma Benachteiligung und Ausgrenzung bis hin zu Berichten über eine an rassistischen Kategorien orientierte Erfassung durch Behörden, die an die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte erinnert.
Das Gedenken an diesen Völkermord verpflichtet uns für heute und für morgen: zu einer Gesellschaft, in der Sinti und Roma gleichberechtigt leben – mit echtem Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnraum und Gesundheitsversorgung.
Aus unserer historischen Verantwortung folgt die Pflicht, Antiziganismus, Rassismus, Antisemitismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit konsequent zu bekämpfen. Wer Menschen entmenschlicht und ausgrenzt, rüttelt an den Grundfesten unserer Demokratie. Dem stellen wir uns entschlossen entgegen. An jedem einzelnen Tag.