Dass Alphaville vom Glücksgefühle Festival – einem der größten Popfestivals Deutschlands – nur wenige Tage vor ihrem Auftritt ausgeladen wurde, macht mich fassungslos.
Marian Gold und seine Band zeigen seit Jahren Haltung. Sie stellen sich immer wieder deutlich gegen Rechtsextremismus und gegen die AfD. Sie haben sich gewehrt, als Donald Trump ihren Song „Forever Young“ für seinen Wahlkampf missbraucht hat. Diese Haltung soll jetzt zu politisch sein und dafür werden sie jetzt bei diesem Festival von der Bühne geholt.
Das ist ein fatales Zeichen. Und es kommt zur Unzeit, mitten in Wochen mit richtungsweisenden Landtagswahlen, darunter die Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag.
Der Veranstalter sagt, es gehe nur um „Good Vibes“, nicht um politische Äußerungen. Das ist an Zynismus kaum zu überbieten. Kunst und Kultur sind nicht unpolitisch. Sie können es gar nicht sein. Ein Festival, das sich hinter angeblicher Neutralität versteckt, schützt die Kunst nicht vor der Politik. Es setzt selbst ein fatales Zeichen.
Haltung gegen Rechtsextremismus zu zeigen ist nicht zu politisch, verstößt nicht gegen Regeln. Es ist eine Pflicht für alle Demokrat*innen, ein Grundpfeiler unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Gerade jetzt.
Ich stehe ganz klar an der Seite von Alphaville und aller Künstler*innen, die sich den Mund nicht verbieten lassen, die sich nicht einschüchtern lassen. Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit sind keine Verhandlungsmasse. Sie sind Grundrechte und ein essenzieller Teil unserer Demokratie.