Heute vor 25 Jahren wurde Habil Kılıç in seinem Obst- und Gemüseladen in München-Ramersdorf erschossen. Er war 38 Jahre alt und half an diesem Tag im Laden aus, weil seine Frau und seine Tochter im Urlaub waren. Der NSU ermordete ihn, weil er für die Täter nicht ins rassistische Weltbild passte. Nach Enver Şimşek und Abdurrahim Özüdoğru in Nürnberg und Süleyman Taşköprü in Hamburg war er das vierte Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe.
Fast zehn Jahre lang ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft in die falsche Richtung. Die Opfer und ihre Familien gerieten selbst unter Verdacht, Drogenhandel und organisierte Kriminalität wurden unterstellt. Man suchte überall, nur nicht dort, wo die Wahrheit lag. Erst 2011 kam durch die Selbstenttarnung des NSU ans Licht, was wirklich geschehen war.
Die Geschichte und die Vorgänge rund um den NSU lassen sich nicht auf die Vergangenheit beschränken. Rechte und rassistische Gewalt liegt in Deutschland weiterhin auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Und ausgerechnet jetzt kürzt diese Bundesregierung bei Programmen wie „Demokratie leben!“, die Prävention und Aufklärungsarbeit gegen genau diese Gewalt stärken sollen.
Ich denke heute an Habil Kılıç und an alle Opfer des NSU. Wir dürfen sie nicht vergessen. Und der Kampf gegen rechten Terror und Rassismus darf nicht nachlassen.